Portrait

Am Ausgangspunkt der Photographie steht originär das Portrait im Mittelpunkt. Es soll der Verflüchtigung des Augenblicks entgegenwirken wie gleichermaßen der Erinnerung an eine Person dienen.

Doch Yves Noir zielt in seiner Portraitreihe auf mehr ab: Er will in der scheinhaften Abbildung sich an das Sein seiner Darsteller herantasten. Das Bild verwirklichte dann ein Zwischenreich von Schein und Sein; und es wäre erfolgreich, wenn der Schein der Objekte dem jeweiligen Betrachter ein So-sein der Subjekte freigibt.

 

The history of photography originally starts with the portrait as its central point. It is intended to counteract the moment‘s fleetingness as well as serve the memory of a person.

But Yves Noir aims at something more with his series of portraits: He attempts to feel his way through the specious depiction to his models‘ being. Thus, the picture would establish a realm between appearance and reality; and it would succeed if the appearance of the objects would render to the observer the reality of the subjects.

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Model / Client - Feedback

Eve (2018):

Ich bin so überwältigt von den Fotos, dass ich nicht weiß, wo ich anfangen soll...

Aber vielleicht fange ich einfach mal mit einem Danke an: also Danke, dass du das Fotoshooting mit mir gemacht hast!

Der professionelle Ablauf (Vorgespräch/Vorbereitung) hat mir meine Unsicherheit bzw. Nervosität genommen. Ich habe mich verstanden und sicher mit dir gefühlt. Der Kaffee in deinem Atelier hat den Wohlfühlfaktor gesteigert.

Der schwierigste Moment an der ganzen Sache war für mich das Ablegen des Bademantels. Ich habe ein wenig gebraucht um mich an die Situation zu gewöhnen, aber das war ja schließlich die Herausforderung. Danach ging es eigentlich ganz gut und für einen Moment hatte ich das Nacktsein beinahe vergessen. Deine klaren, einfachen Ansagen haben mir dabei auch sehr geholfen.

Danach war ich zwar müde und am nächsten Tag hatte ich Muskelkater, aber es war ein schönes, befreiendes Gefühl. Noch Tage später hat mich dieses Gefühl bzw. die Aktion begleitet und hat mir so manche Alltagssituation erleichtert.

Wenn ich mir die Bilder jetzt ansehe, dann fühle ich sie. Sie haben etwas sensibles, kraftvolles aber auch etwas schweres. Es fühlt sich an, als hättest du einen Teil meines Seelenlebens festgehalten. Das finde ich einfach Klasse!!

 

Calamity Jane (2018):

Für Yves Noir Model zu stehen ist ein wenig, als würde man alleine in einem Raum tanzen. Das blaue Motto hat sich im Gespräch ergeben und sichtlich durchgesetzt. Was ich an der Zusammenarbeit mochte: die Offenheit und die Fragestellungen zu meinem Performance-Ich. Die konzentrierte, unaufgeregte Arbeitsweise. Ich habe eine Weile gebraucht, um mich den Bildern anzunähern, mich nicht seltsam zu finden. Ich schätze die Ästhetik und bin inzwischen etwas mehr verliebt in Calamity Jane, als zuvor.

PS: Yves tut manchmal ein bisschen streng. Man kann ihn aber mit angemessenem Kaffeekonsum erweichen.

 

Lisanne (2018): Atelier Noir – Ein Ort zur Selbsterkundung

Ich stehe vor der Kamera, verbiege meinen Körper und versuche, dem Bild den Ausdruck meiner ganzen Seele zu verleihen – wenn ich dann endlich das Foto sehe, bin ich überwältigt von der Verwandlung dieses nackten Körpers in ein Kunstwerk, in ein Spiel aus Form, Licht und Schatten.

Ins Atelier Noir hat mich Neugierde und das Interesse an Körpern und Fotografie geführt. Außerdem wollte ich einmal die Perspektive wechseln, erleben wie es vor der Kamera ist – um Modelle besser verstehen zu können und präzisere Anweisungen geben zu können.

Bei jeder Fotosession im Atelier Noir lernte ich etwas Neues von mir kennen, konnte die Schönheit und Komplexität meines Körpers erkunden und auf neue Facetten stoßen. Ich hatte das Gefühl, in neue Welten vorzudringen, neue Horizonte zu erblicken und zu erahnen, was Körper alles ausdrücken können.

Ich ging mit einem neuen Selbstbewusstsein daraus hervor, denn ich hatte plötzlich das Gefühl, mit meinem Körper Kunst vermitteln zu können.

Das Atelier Noir kann man als Bühne zur Selbsterkundung und Selbstdarstellung genauso wie zur Selbstinszenierung bis hin zur Selbstverwandlung nutzen. Das Besondere: Kleidung oder dergleichen, welche einen dabei unterstützen könnte, hat man nicht. Man muss also jeden Ausdruck von innen nach außen bringen, denn was sich für einen selbst überzeugend anfühlt, kommt oftmals bei der Kamera noch längst nicht an. Klarheit in seine Haltung zu bringen, ist dabei wesentlich.

Die Kamera ist schonungslos, sie zeigt den Körper wie er in genau diesem Moment ist; das kann erschreckend wie erfreulich sein.

Ich habe gelernt, meinen Körper bewusster zu bewegen und einzusetzen; oft war ich erstaunt darüber, wie die Ergebnisse aussahen, fühlte sich manche Pose doch im Moment der Aufnahme ganz anders an. Einmal in Schwung gekommen, liefen die Bewegungen oft von ganz allein und die Ideen sprudelten – die Begeisterung war groß, wenn die Bilder das Gewünschte ausdrückten. Dennoch hat es meine Kreativität deutlich herausgefordert - jederzeit Interessantes und Neues zu bieten. Wie körperlich anspruchsvoll die Arbeit eines Models sein kann, erstaunte mich.

Der Fotograf Yves Noir vereint Professionalität und persönliche Lockerheit. Man fühlt sich also wohl, nicht beurteilt und ist gleichzeitig entspannt, weil man sich unbefangen und frei bewegen und ausdrücken kann. Beeindruckt hat mich außerdem sein Verständnis für Licht und Schatten.

Wenn man ins Atelier kommt, dann ist alles gut vorbereitet, man kann direkt loslegen. Trotz seiner jahrelangen Erfahrung ist Yves Noir nicht festgefahren, sondern stets offen für neue Ideen.

Mit ihm zu arbeiten kann ich daher nur empfehlen.

 

Familie Winter (2017):

November 2017 – zwei Tage vor unserer Hochzeit – meinst du ich darf wirklich meine Klamotten anlassen? Also, nicht, dass ich oder wir uns ausziehen müssen…

Nervös, freudig aufgeregt und ängstlich angespannt fanden wir uns nachmittags in Yves‘ Atelier ein und wussten nicht recht, was uns erwarten würde. Noch am Morgen hatten wir unsere Entscheidung besondere, künstlerische Familien-Hochzeitsbilder machen zu lassen fast bedauert, denn noch nie hatte jemand ausschließlich uns im Fokus gehabt und das mit einem hohen künstlerischen Anspruch. Aber Yves machte es uns leicht unsere schüchterne Scheu abzulegen (Kaffee und Cola wurden gereicht, das Atelier warm beheizt, Musik die lockere Atmosphäre zu fördern eingespielt) und so wurden wir immer „hemmungsloser“ beim Posieren vor der Kamera. Entstanden sind daraus außergewöhnliche Familienporträts, auf denen einerseits die Besonderheiten der einzelnen Familienmitglieder zu erkennen sind und wir andererseits wie eine berühmt-berüchtigte Gangsterfamilie aus den 1920ern aussehen. Auf unsere Lieblingsbilder, die bei dieser unvergesslichen Fotosession entstanden sind, schauen wir täglich – und fühlen uns jedes Mal „verzaubert“.

Für Familien, die nichts von der Stange und ihr „Innerstes“ in ihren Bildern sehen wollen, ist Yves mehr als empfehlenswert – er ist ein „Unbedingt-Machen“.

(Sabrina, Rolf, Yona und Sander Winter)

 

Michael Stavarič (2017):

Vor der Kamera zu stehen ist für die meisten Menschen verständlicherweise etwas Eigenartiges: Man blickt gewissermaßen in einen Spiegel, in die Augen des Fotografen, versucht sich vorzustellen, was dieser sieht, und ob das Gesehene dem entspricht, was man zu sein glaubt. Die Fotografie zeigt uns stets, wer wir sind und zugleich wer wir nicht sind, was das Medium insgesamt so spannend macht. Der Fotograf verdeutlicht uns, was er erkennt, er arrangiert, was wir sein können (und wollen), er demaskiert allerdings auch im selben Atemzug.

Einen ganzen Nachmittag lang (Stunden!) mit Yves Noir im Atelier zu arbeiten, ist insofern eine Erfahrung, die ich so noch nie gemacht habe: Diese Intensität der Auseinandersetzung mit mir selbst und dem Blick des Fotografen war ein gemeinsames Nachdenken in Bildern, das ich sehr empfehlen kann...

 

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